Schienennetz: Franken als Versuchsfeld

Donnerstag, 26. M├Ąrz 2015 |  Autor:

Pressemitteilung:

Eklatante Nord-S├╝d-Gegens├Ątze im bayerischen Schienennetz

├ľPNV_FrankenDer Internetauftritt der Bayrischen Eisenbahngesellschaft (BEG), einem wichtigen Akteur des ├ľffentlichen Personennahverkehrs in Bayern, liest sich wie eine reine Erfolgsgeschichte. Das mag zutreffen, zumindest wenn man nicht ├╝ber den oberbayerischen Tellerrand hinaus blickt. Denn dort werden best├Ąndig Verbesserungen herbeigef├╝hrt und die Lebensqualit├Ąt im ├Ąu├čersten S├╝den der Republik durch einen gro├čz├╝gigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur weiter gesteigert.

Nat├╝rlich fallen den regierenden Politiker auch Ideen und Projekte f├╝r Nordbayern ein, diese kommen aber ├╝ber einen werbewirksamen Zeitungsbericht nur selten hinaus.
Auf die sich regelm├Ą├čig in den Medien wiederfindenden Reaktivierungen der Werntal- und der Steigerwaldbahn wird seit der Jahrtausendwende vergeblich gewartet. Die Strecke M├╝nchen nach Altom├╝nster wurde dagegen problemlos und schnell elektrifiziert und aufgewertet. ├ťber das Projekt ÔÇ×StadtumlandbahnÔÇť um Erlangen wird schon ein viertel Jahrhundert diskutiert, ohne dass etwas passiert. Auch hatte jeder zur Wahl antretende Ministerpr├Ąsident den Ausbau des Frankenschnellweges in seinem Wahlprogramm. In dieser Zeit wurde der gesamte Ring in M├╝nchen unter die Erde verlagert. In Franken dagegen bleiben die Projekte auf dem Papier.

W├Ąhrend Innenminister Joachim Herrmann sich mit tollen Ideen zur Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Markt Erlbach hervortut, sollte hier erst einmal ein halb Stundentakt m├Âglich sein. Auch die Fahrzeit von diesem Endpunkt nach N├╝rnberg (38km) kommt der von N├╝rnberg nach M├╝nchen (171km) gleich. Dies ist in nicht zeitgem├Ą├č.

Wer erinnert sich nicht an die Fahrzeugprobleme bei der S-Bahn N├╝rnberg? Erst nachdem diese gel├Âst wurden und sich auf der Schiene etwas bewegte, sind diese Fahrzeuge auch im Werdenfelser Land eingef├╝hrt worden.

Jetzt wurde die S-Bahn N├╝rnberg an ein englisches Unternehmen vergeben. Selbst die Wirtschaftswoche zweifelt die wirtschaftliche Berechnung an. Im Gegenzug soll die S-Bahn M├╝nchen ohne Ausschreibung an die Deutsche Bahn vergeben werden. In M├╝nchen scheint ein stabiler Betrieb wichtiger zu sein als in N├╝rnberg. Denn hier kann man es ja mal ÔÇ×versuchenÔÇť mit der Privatisierung. Gleichwertigkeit in den Lebensverh├Ąltnissen, nach dem Landesentwicklungsprogramm gesetzlich vorgeschrieben, sieht anders aus.
Nun steht die Ausschreibung des Dieselnetzes der Mittelfrankenbahn an. Auch hier werden die politischen Versprechen auf der Strecke bleiben. Eine Reaktivierung nach Wassertr├╝dingen findet sich in dieser Ausschreibung sicherlich nicht. Die Reaktivierung nach Dinkelsb├╝hl wird h├Âchstens als Option auftauchen. Die Durchbindung der Gr├Ąfenbergbahn nach F├╝rth wird trotz positiver Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht kommen. Man muss sich schon fast freuen, wenn auf allen Strecken wenigstens endlich ein durchg├Ąngiger Stundentakt stattfindet.

Es zeigt sich: Franken ist doch sehr weit weg von M├╝nchen. Da hilft auch kein Heimatministerium in N├╝rnberg. Warum werden nicht ÔÇ×echteÔÇť Beh├Ârden aus M├╝nchen verlagert? Auch f├╝r die BEG mit seinen Mitarbeitern ist Platz in Franken.

Die Partei f├╝r Franken fordert f├╝r die Ausschreibung des Dieselnetzes auch die s├╝dbayerischen Parameter anzuwenden. Auch fordern wir in der Fahrzeugbeschaffung die von der Regierung propagierte Elektromobilit├Ąt umzusetzen. Anstatt wieder auf Dieselfahrzeuge zu setzen, sind hier emissionsfreie Akkufahrzeuge zu beschaffen. Die Stecken haben alle Verbindung zur Oberleitung. Somit stellt das Aufladen der Batterien keine Herausforderung dar. Die Entwicklung dieser Fahrzeuge kann ├╝ber F├Ârdert├Âpfe unterst├╝tzt werden. F├╝r die Anwohner an solch einer Bahnstrecke w├Ąre diese ger├Ąuscharme und im Fahrbetrieb emissionsfreie Betriebsart sicher ein Mehrwert in ihrer Lebensqualit├Ąt.

Aus Sicht der Partei f├╝r Franken besitzt der Ausbau der Infrastruktur auch in Franken, sei es Stadt oder Land, h├Âchste Priorit├Ąt. Erh├Âhung der Streckengeschwindigkeiten durch verschiedene Ma├čnahmen wie z.B. Schrankenanlagen an Bahn├╝berg├Ąngen m├╝ssen vorangetrieben werden. Signalanlagen fehlen auf etlichen Stecken g├Ąnzlich. Jeder B├╝rger kann sich diese Situation auf einer Fahrt unter anderem von Siegelsdorf nach Markt Erlbach ansehen. Hier wird in einem steinzeitlichen Verfahren mit Schl├╝ssel und Telefongespr├Ąchen der Betrieb aufrechterhalten. Ob dieser Stand einem Industrieland wie Deutschland mit seinem Zukunftsprojekt 4.0 oder auch dem Selbstbild Bayerns als ÔÇ×Vorstufe zum ParadiesÔÇť entspricht, darf bezweifelt werden.


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Thema: Pressemitteilung

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