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Strafanzeige gegen den derzeitigen Gewahrsamsinhaber des Albrecht DĂŒrer GemĂ€ldes „Selbstbildnis im Pelzrock“

Montag, 6. Februar 2012 | Autor:

Wie in unserer PresseerklĂ€rung vom 30.01.2012 angekĂŒndigt, hat die PARTEI FÜR FRANKEN durch Ihren Vorsitzenden Robert Gattenlöhner Strafanzeige gegen den derzeitigen Gewahrsamsinhaber des Albrecht DĂŒrer GemĂ€ldes „Selbstbildnis im Pelzrock“, die Wittelsbacher Stiftung fĂŒr Kunst und Wissenschaft in MĂŒnchen, gestellt. Dieses Schreiben ging am 03.02.2012 an die Staatsanwaltschaft MĂŒnchen I, sowie an die Presse. 

09.02.2012

04.02.2012

03.02.2012

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Selbstbildnis im Pelzrock – Ein dreistes SchurkenstĂŒck Bayerisch-FrĂ€nkischer Kriminalgeschichte?

Mittwoch, 1. Februar 2012 | Autor:

Pressemitteilung

Seit Monaten schwelt der Konflikt zwischen NĂŒrnberg und MĂŒnchen – die Alte Pinakothek beharrt darauf, den NĂŒrnbergern ihren DĂŒrer mit fadenscheinigen BegrĂŒndungen vorzuenthalten. Dabei ist das Kunstwerk rein rechtlich gesehen noch immer im Besitz der Frankenmetropole. Robert Gattenlöhner, Vorsitzender der Partei fĂŒr Franken bezeichnet das Vorgehen der MĂŒnchner schlicht als “Diebstahl” und fordert die sofortige Herausgabe.

Das Selbstbildnis im Pelzrock entstand im Jahre 1500 und war vermutlich nie zum Verkauf bestimmt. Seit dem 16. Jahrhundert hing das GemĂ€lde im NĂŒrnberger Rathaus 1805 erwarb es die ZentralgemĂ€ldegaleriedirektion der MĂŒnchner Pinakothek, wo es die letzten zwei Jahrhunderte verblieb. Im Jahre 1799 erteilte die Stadt NĂŒrnberg einem gewissen Abraham Wolfgang KĂŒfner (1760 – 1817) den Auftrag, Albrecht DĂŒrers Selbstbildnis im Pelzrock zu restaurieren und ĂŒbergab das GemĂ€lde zu diesem Zweck an den KĂŒnstler. KĂŒfner, der vor allem zahlreiche Stiche schuf, war zwar als KĂŒnstler bereits weithin anerkannt, zu kunsthistorischer Bedeutung gelangte er aber erst durch die arglistige FĂ€lschung des SelbstportrĂ€ts DĂŒrers.

War es eine Vorahnung?

Der Magistrat markierte vor der Übergabe sogar noch die BildrĂŒckseite, um sicherzugehen, dass er auch tatsĂ€chlich das Original zurĂŒck erhielt. Doch der findige KĂŒfner zersĂ€gte die etwa 15 Millimeter dicke Lindenholztafel, auf die das Bild gemalt war, sorgsam parallel zur BildflĂ€che in zwei HĂ€lften. Auf der mit Siegeln und Echtheitsbescheinigungen versehenen RĂŒckseite des GemĂ€ldes fertigte KĂŒfner eine Kopie des DĂŒrer-Motivs an. Diese Kopie – eine dreiste FĂ€lschung – ĂŒberreichte er sodann der Stadt NĂŒrnberg als angeblich restauriertes Original. Den Vorderteil der halbierten Tafel mit dem authentischen OriginalgemĂ€lde DĂŒrers behielt er selbst.

Die FĂ€lschung wurde erst bemerkt, als der Kupferstecher das Originalbild 1805 an KurfĂŒrst Maximilian Joseph von Bayern verkaufte, der es fĂŒr seine GemĂ€ldesammlung erwarb. Durch dieses böswillige SchurkenstĂŒck gelangte das Selbstbildnis im Pelzrock in die Alte Pinakothek in MĂŒnchen und befindet sich noch heute in deren Besitz, wĂ€hrend im NĂŒrnberger Albrecht-DĂŒrer-Haus nur die 1799 von KĂŒfner angefertigte Kopie zu sehen ist.

Der KĂŒnstler selbst wurde wegen dieses Betrugs nie belangt, er musste jedoch spĂ€ter wegen FalschmĂŒnzerei eine Haftstrafe auf der Festung Rothenberg verbĂŒĂŸen. Zwar ist die Strafsache inzwischen lĂ€ngst verjĂ€hrt, doch muss sich die Alte Pinakothek den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht nur nicht rechtens an das kostbare Bildnis gelangt ist, sondern sich auch noch der Hehlerei schuldig gemacht hat. Zumindest ist nach heute geltendem Recht festzuhalten, dass ein wirksamer Kaufvertrag aufgrund des voran gegangenen Diebstahls nie zustande gekommen ist. Nach § 985 BGB könnte also die Stadt NĂŒrnberg als EigentĂŒmer von MĂŒnchen ohne weiteres die Herausgabe des GemĂ€ldes verlangen, da die Alte Pinakothek kein Recht zum Besitz nachweisen kann. Doch die weigert sich beharrlich, denn immerhin ist DĂŒrers SelbstportrĂ€t eine der Hauptattraktionen der GemĂ€ldeausstellung. Im Übrigen ist die ZustĂ€ndigkeit der Wittelsbacher Stiftung fĂŒr das GemĂ€lde höchst fragwĂŒrdig, denn sie gilt offiziell nur als EigentĂŒmerin von KunstgegenstĂ€nden, die bis 1804 in den Besitz der Wittelsbacher gelangt sind.

Die Partei fĂŒr Franken behĂ€lt sich daher vor, den Rechtsstatus nunmehr juristisch prĂŒfen zu lassen.

(veröffentlicht am 30.01.2012 auch bei OpenPR und bei ptext.net)

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