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Schienennetz in Franken: Sind die Wahlversprechen schon hinf├Ąllig?

Freitag, 6. Juni 2014 | Autor:

Pressemitteilung:

Die bundesweit bedeutende Strecke N├╝rnberg – Hof weiterhin au├čen vor!

NahverkehrW├╝rden in Bayern gro├čen Worten auch entsprechende Taten folgen, br├Ąuchte es keine Partei f├╝r Franken, welche als politische Stimme des bayrischen Frankens das Ziel hat, die B├╝rger der Region und des gesamten Bundeslandes auf Unstimmigkeiten und Missst├Ąnde seitens der bayerischen Regierung hinzuweisen.

Gut, dass es nun mit dem Heimatministerium einen Ableger der Landesregierung in Franken gibt, doch noch bestehen Unklarheiten ├╝ber dessen genaue Aufgaben. Und wichtiger ÔÇô war es das bereits mit der allseits geforderten Dezentralisierung und auch der Aufwertung l├Ąndlicher R├Ąume?

Denn kaum sind die Wahlen vorbei, geht die Beg├╝nstigung des s├╝dlichen Bayerns auch in Infrastrukturvorhaben unvermindert weiter. W├Ąhrend die Finanzierung zur Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke M├╝nchen-Lindau mit ihren Kosten von knapp 300 Millionen unter Dach und Fach ist, diskutieren nur wenige Regionalpolitiker ├╝ber dieselbe Ert├╝chtigung der ÔÇô bundesweit bedeutenderen ÔÇô Strecke N├╝rnberg nach Hof.

W├Ąhrend diese Zugverbindung von N├╝rnberg nach Dresden in Sachsen bis zur Landesgrenze seit kurzem elektrifiziert ist, l├Ąsst diese l├Ąngst f├Ąllige und versprochene Modernisierung auf der bayrischen Seite auf sich warten. Ab Hof verkehren nur noch Dieselloks in Richtung S├╝den.

Laut Innenminister Herrmann ist eine Vorfinanzierung solcher Ma├čnahmen an den Bund durch das Land nicht sinnvoll. Warum aber ist dies auf der erw├Ąhnten Strecke von M├╝nchen nach Lindau problemlos m├Âglich? Liegt die fr├Ąnkische Strecke doch zu weit von M├╝nchen entfernt?

Auch der beschlossene barrierefreie Ausbau der Bahnh├Âfe zeigt eine regionale Schieflage. Bis 2018 sollen insgesamt 26 bayerische Bahnh├Âfe auf den neusten Stand gebracht werden. Der Freistaat Bayern bezuschusst diese sinnvolle und l├Ąngst ├╝berf├Ąllige Ma├čnahme mit 60 Millionen Euro. W├Ąhrend jedoch Knotenbahnh├Âfe wie z.B. Neustadt / Aisch, Miltenberg, Coburg, Kulmbach und Hersbruck (rechts der Pegnitz) weiter auf einen Umbau warten, werden alleine im Speckg├╝rtel M├╝nchens 13 Stationen umgebaut. Im gesamten Franken sind es gerade mal sechs Bahnh├Âfe.

Und so werden die sozio├Âkonomischen und infrastrukturellen Ungleichgewichte innerhalb Bayerns unvermindert weiter nach bew├Ąhrtem Muster zementiert ÔÇô vor der Wahl werden gro├čz├╝gig Finanzierungsversprechen, etwa f├╝r den Frankenschnellwegausbau oder die Stadtumlandbahn im Raum Erlangen, verteilt. Danach verschwinden diese Zusagen leise in den Schubladen und aus der ├Âffentlichen Wahrnehmung.

Auch die Probereaktivierung der Strecke Gunzenhausen nach Wassertr├╝dingen wurde vom wiedergew├Ąhlten Ministerpr├Ąsidenten zugesagt. Jetzt gibt es schon die kleinlaute Absage.

Doch nicht nur ÔÇ×vergesseneÔÇť Wahlversprechen stellen ein Problem f├╝r die gesetzlich festgeschriebene Herstellung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen auch in Sachen Infrastruktur dar. Auch von der Staatsregierung festgelegte Grenzwerte, wie etwa die zu erreichenden 1000 Personenkilometer als Vorgabe f├╝r die Reaktivierung von Bahnverbindungen festigen die Gegens├Ątze im Land. Denn in den prosperierenden R├Ąumen Oberbayerns ist ein solcher Grenzwert aufgrund der allerorten zunehmenden Bev├Âlkerung nat├╝rlich leichter zu erreichen, als in den Abwanderungsregionen Frankens. Jedoch sind gerade hier zus├Ątzliche Infrastrukturma├čnahmen wesentlich wichtiger als im ├╝berfrachteten S├╝den Bayerns.

2015 wird das Dieselnetz N├╝rnberg erneut ausgeschrieben und an einen Bahnbetreiber f├╝r den Fahrbetrieb ab ca.2018 f├╝r weitere zw├Âlf Jahre vergeben.

Die Partei fordert hier den Freistaat auf, diese Strecken sowie das Fahrkonzept in ein F├Ârderprogramm auf zu nehmen. Dieses soll die Strecken nach Wassertr├╝dingen und Feuchtwagen sowie eine Verl├Ąngerung der Gr├Ąfenbergbahn nach F├╝rth einbeziehen. Die Streckengeschwindigkeit soll auf mind. 80 km/h erh├Âht werden. Hierf├╝r w├╝rden in der Regel schon Sicherungsanlagen an Bahn├╝berg├Ąngen ausreichen. Dadurch w├╝rde sich eine erh├Âhte Verkehrssicherheit bei einer gleichzeitigen Verringerung der Fahrzeit erreichen lassen.

Letzteres ist vonn├Âten, denn die Fahrtzeiten aus dem Umland in die Zentren sind wesentlich zu lang. So etwa dauert eine Fahrt von Markt Erlbach nach N├╝rnberg fast ebenso lang wie von N├╝rnberg nach M├╝nchen.

Des Weiteren fordern DIE FRANKEN, dass die von der Bundesregierung angestrebte Elektrifizierung der Stra├če auch auf der Schiene weiter vorangetrieben wird. Hierf├╝r fordern wir die Untersuchung der M├Âglichkeit eines Betriebes der Nebenstrecken per Akkutriebwagen, die umweltfreundlich und fast ger├Ąuschlos durch die Lande fahren. Solche Fahrzeuge gab es bei der Bundesbahn noch bis in die 80ziger Jahre.

Mit der heutigen Technik k├Ânnten auch die Anwohner an der Strecke durch abgaslose Fahrzeuge ohne Motorenl├Ąrm profitieren. Das Aufladen w├Ąre am Ende der Nebenbahn unter dem Fahrdraht der Hauptbahn m├Âglich. Hier k├Ânnte Bayern f├╝r die Zukunft der Nebenbahnen auch eine Vorreiterrolle f├╝r ganz Deutschland ├╝bernehmen.

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