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Bayern schiebt Oberfranken aufs Abstellgleis

Donnerstag, 9. Februar 2012 | Autor:

Pressemitteilung:

Der Freistaat Bayern ist ein modernes Bundesland mit hervorragender Infrastruktur. Gut ausgebaute Straßen, schnelle Zugverbindungen und sogar Flugverbindungen in alle Welt zeugen davon. Im SpeckgĂŒrtel rund um MĂŒnchen sind weitere Großprojekte zur Verbesserung der Infrastruktur geplant. Deren Finanzierbarkeit steht nicht zur Debatte. Die Region Franken dagegen gerĂ€t durch fragwĂŒrdige Sparmaßnahmen immer mehr aufs Abstellgleis. Die Partei fĂŒr Franken stellt sich daher die Frage, ob Franken aus Sicht der Oberbayern ĂŒberhaupt noch zum Freistaat gehört.

Teile der Region Franken wie zum Beispiel Hof werden von der bayerischen Staatsregierung nicht nur strĂ€flich vernachlĂ€ssigt, sondern durch Entscheidungen aus MĂŒnchen zurĂŒck auf ein Niveau wie vor 20 Jahren geworfen. So soll die Bedienung der Eisenbahnstrecke NĂŒrnberg nach Hof ĂŒber Bayreuth öffentlich ausgeschrieben und ab 2016 an ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen vergeben werden. Die Partei fĂŒr Franken begrĂŒĂŸt diesen Wettbewerb, kritisiert aber zugleich, dass ein Einsatz von Fahrzeugen mit Neigetechnik durch das Ministerium der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) als Besteller dieser Zugleistungen nicht mehr vorgesehen ist.

Robert Gattenlöhner, Vorsitzender der Partei fĂŒr Franken, hĂ€lt diese Vorgehensweise fĂŒr „ungeheuerlich“ und wirft der BEG vor, dass sich so die die Fahrzeiten von Hof nach NĂŒrnberg um bis zu 30 Minuten verlĂ€ngern wĂŒrden. „Das ist ein unzumutbarer RĂŒckschritt“, moniert der Parteivorsitzende und erinnert daran, dass die Neigetechnik noch vor 20 Jahren von regierenden Landespolitikern als unverzichtbare Zukunftstechnologie ausgerufen wurde. „Diese Verschlechterung ist mit uns nicht zu machen,“ so Gattenlöhner, „gerade in Zeiten, in denen hohe MobilitĂ€t schon aus wirtschaftlichen GrĂŒnden unverzichtbar ist.“ Die BeweggrĂŒnde der Verantwortlichen, die ZuschĂŒsse ausgerechnet fĂŒr eine ohnehin strukturschwache Region wie Oberfranken zu reduzieren und diese Strecke wieder mit Alttechnik zu bedienen, seien nicht nachvollziehbar. Gattenlöhner vermutet jedoch, dass SĂŒdbayern beabsichtige, eigene Großprojekte auf Kosten der Nordbayern durchzusetzen.

Die Partei fĂŒr Franken werde die Abschaffung der Neigetechnik nur dann mittragen, wenn im Gegenzug mit dem sofortigen Ausbau und Modernisierung von Bayerns langsamster Expesstrecke von Hof nach Bayreuth ĂŒber MĂŒnchberg begonnen werde. Diese hat derzeit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade einmal 79km/h und das trotz Neigetechnik. Auch eine Elektrifizierung der Verbindung NĂŒrnberg nach Hof und Cheb hĂ€lt die Partei fĂŒr Franken fĂŒr unumgĂ€nglich. Doch noch werden frĂ€nkische BedĂŒrfnisse zur Zukunftssicherung in der Staatsregierung nicht gehört. Selbst oppositionelle Spitzenpolitiker haben ausschließlich Projekte im SĂŒden des Landes im Auge – mit einer Ausnahme: SPD-Kandidat Christian Ude Ă€ußerte sich immerhin konstruktiv zur FahrzeitverkĂŒrzung auf frĂ€nkischen Regionalstrecken, verlegte dabei jedoch kurzerhand Aschaffenburg nach Oberfranken und kann deswegen kaum als glaubwĂŒrdiger Vertreter frĂ€nkischer Interessen gelten. FĂŒr wenig ĂŒberzeugend hĂ€lt die Partei fĂŒr Franken auch die Bekundung des FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Hacker im Landtag, er verspĂŒre einen positiven Effekt, der vom MĂŒnchner Flughafen fĂŒr seine Heimat Bayreuth ausgehe. „Es liegt doch ganz objektiv auf der Hand“, so Gattenlöhner, „dass sich die Infrastruktur der Region durch die Schließung des Flughafens Hof und die kĂŒnftig im Schneckentempoverkehrenden ZĂŒge dramatisch verschlechtern wird.“

(veröffentlicht am 30.01.2012 auch bei OpenPR und bei ptext.net)

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Thema: Pressemitteilung | Kommentare geschlossen

Undemokratisch und eitel – DIE FRANKEN blasen zum Angriff auf Ude

Donnerstag, 29. September 2011 | Autor:

Pressemitteilung:

Die SPD in Bayern wittert die historische Chance, den MinisterprĂ€sidenten zu stellen. Ausgerechnet Christian Ude soll es richten. Noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar lassen die notorischen Wahlverlierer ĂŒber ihren Spitzenkandidaten heute verlauten: „Wir haben keinen Besseren“.

Als OberbĂŒrgermeister muss Ude aus AltersgrĂŒnden abdanken, doch der MĂŒnchner steht viel zu gerne im politischen Rampenlicht um mit Mitte 60 schon in Rente zu gehen. Einen Namen hat er sich vor allem als BĂŒrgerking und bayerischer Bohemien gemacht und beim Singspiel auf dem Nockherberg fragt man sich so manches Mal: welcher ist der bessere Schauspieler – die Kopie oder das Original? Demokratische Gepflogenheiten scheren den Prinz von der Isar schon lange nicht mehr. An seine Kandidatur fĂŒr die SPD, die ihm nach eigenem Bekunden sowieso zu links ist, knĂŒpfte er Bedingungen, die nur dem Prestige und den WirtschaftsmĂ€chtigen der Landeshauptstadt zu Gute kommen. So sicherte sich Ude vorab unter anderem volle UnterstĂŒtzung beim Bau des S-Bahn-Tunnels durch die Landeshauptstadt und eine 3. Startbahn fĂŒr den MĂŒnchner Airport. Ungeachtet der Proteste von UmweltschĂŒtzern und Anwohnern und der Einbußen, die auf den Flughafen NĂŒrnberg zukommen. Der Kandidat ist sich durchaus bewusst, dass sich da schon jetzt ein neues “Stuttgart21” abzeichnet, doch er gibt sich weltmĂ€nnisch und siehts gelassen. Über die Wohltaten, die er dem restlichen Bayern anzutun gedenkt, hat man dagegen von der MĂŒnchner Herrlichkeit noch nichts vernommen.

So sehr man sich in vielen Teilen Bayerns die Ablösung der CSU als Staatspartei herbei gewĂŒnscht hat – unter einem MinisterprĂ€sidenten Christian Ude kann man geradezu froh sein, wenn Franken fĂŒr Bayern das bleibt, was es heute ist, nĂ€mlich eine Kuh, die man melken kann, ohne groß in sie zu investieren. Die angeblich so breite UnterstĂŒtzung in der frĂ€nkischen Bevölkerung fĂŒr die oberbayerische Lichtgestalt, die kĂŒrzlich bei der SPD-Klausurtagung in WĂŒrzburg herauf beschworen wurde, ist lediglich herbeigeredet und eher von parteiinternen Machtinteressen geleitet sein als von der RealitĂ€t getragen. Selbst der bayerischen SPD dĂŒrfte in ihrer GötterdĂ€mmerung klar sein, dass sie mit Ude den Pokal nicht gewinnen kann. Mit aller Macht will man heraus aus der Talsohle. Dass sie aber damit dem politischen Erzfeind direkt in die HĂ€nde spielen, verdrĂ€ngen die Genossen großzĂŒgig. Doch nicht nur Seehofer und Konsorten stehen in den Startlöchern fĂŒr die nĂ€chste Landtagswahl – besonders die Franken machen sich diesmal stark fĂŒr die Zukunft ihrer Region in Bayern. Eine eigene Partei haben sie gegrĂŒndet, “damit der Bayerische Landtag nicht zur MĂŒnchner Stadtratssitzung verkommt“, so der stellvertretende Vorsitzende der Partei fĂŒr Franken, Andreas Brandl, “denn jeder wahlberechtigte Franke muss in Anbetracht der Forderungen Udes erkennen, dass dann kaum mehr Mittel fĂŒr Franken ĂŒbrig sein werden und die Partei fĂŒr Franken die einzig wahre Alternative ist“.

Andreas Brandl

(veröffentlicht am 26.09.2011 auch bei pressbot.net, OpenPR und presse-kostenlos.de)

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Thema: Glosse | Kommentare geschlossen